Weiches Sichern – was ist das und wie gehts?

Ich möchte diesen Artikel einem extrem wichtigen Thema widmen, dem weichen Sichern.
Ich denke jede/r Kletterer/Kletterin, der weiß was das ist und wie sich das anfühlt wird mir zustimmen, dass diese Fähigkeit einen guten Sicherer und ein gutes Klettererlebnis ausmacht.
Jeder, der nicht genau weiß, worum es geht, oder wie sich das anfühlt: Für dich ist dieser Artikel!
Weiches Sichern ist extrem wichtig, weil es Stürzen beim Klettern zu einer angenehmen Angelegenheit macht, anstatt zu einem Horrorszenario und weil es Verletzungen verhindert.

Kurz noch vorab: dieser Text oder die Videos ersetzen keinen Kurs und dienen lediglich zur Vertiefung, oder Affrischung von Inhalten.

Starten wir ganz am Anfang:

Was ist eigentlich „Weiches Sichern“?

Weiches Sichern bedeutet, dass du als Kletterer bei einem Sturz nicht wie ein Stein in die Wand schlägst, sondern sich ein Sturz eher nach Fahrstuhl fahren anfühlt. Ganz sanft. Und dein Anprall in die Wand abgedämpft ist.
Weiches Sichern sorgt so dafür, dass die Anprallwucht des Kletterers bei einem Sturz um ein vielfaches vermindert wird.

Meiner Meinung nach wird in den Kursen viel zu wenig Wert darauf gelegt Kletterer, die in den Vorstieg gehen, darauf aufmerksam zu machen, dass zum Sichern von Stürzen mehr dazu gehört, als das Seil festzuhalten.

Vielleicht sind Kletterer am Anfang mit dem Weichen Sichern überfordert… okay. Aber zumindest am Ende vom Kurs sollte ein klarer Verweis darauf kommen, dass sich ein weiterer Kurs zu spezifischem Training von Stürzen und richtigem Sichern von Stürzen lohnt, sobald man etwas Routine im Vorsteigen bekommen hat.

Viele Kletterer (und vor allem Kletterinnen, da sie meist leichter sind als der Sicherer) machen so bei ihren ersten Stürzen schlechte Erfahrungen, weil der Anprall schmerzhaft ist oder sie sich sogar verletzen.
Das Resultat ist eine vergrößerte Sturzangst und mit einem Sturz wird automatisch Schmerz oder Verletzungsrisiko verknüpft.

Richtig gehandhabt ist Stürzen aber eher ein angenehmes, kribbliges Gefühl.

Was passiert eigentlich bei einem Sturz?

Nehmen wir einmal zunächst den Fall an, dass Kletterer und Sicherer etwa gleich schwer sind. Auf das Thema Gewichtsunterschied beim Sichern gehe ich gleich noch ein.
Sagen wir der Kletterer stürzt. Was bei dir als Sicherer passiert ist, dass das Seil straff wird, wenn der Kletterer mit seinem Gewicht das Seil belastet. Ab diesem Zeitpunkt geht es für den Kletterer in einer kreisförmigen Bewegung (Rotationszentrum ist die letzte Exe) Richtung Wand.
Kreisförmig deshalb, weil wir beim Stürzen ja immer etwas von der Wand weg sind und der Umlenkpunkt aber an der Wand ist, so bekommen wir eine Zugkraft zur Wand hin.

Szenario I – ein harter Sturz

Ein harter Sturz entsteht, wenn der Sicherer am Seilende beim Sturz inaktiv ist und nichts tut, außer das Seil festzuhalten.
Je nach Sturzweite (und Gewicht) des Kletterers kommt beim Sicherer mehr oder weniger Zug an.
Generell ist dieser Zug für dich als Sicherer spürbar über einen Ruck (sobald das Seil straff wird), der dich zur Wand hin bzw. auch die Wand hoch zieht.

So… den Sturz so gehalten fungierst du als komplettes Gegengewicht zu deinem Partner. Da du quasi einfach stehen bleibst wird dein Kletterpartner entsprechend stark Richtung Wand beschleunigt und rasselt einfach in die Wand.
Null Dynamik. Verletzungsgefahr: hoch.

Ein typischer Anfängerfehler, der dieses Szenario noch verschlechtert ist die Reaktion bei einem Sturz einen Schritt nach hinten zu gehen, sich in den Gurt zu setzen und besonders stark ZU zu machen.
Dadurch wird die Krafteinwirkung auf den Kletterer nochmal erhöht und der Sturz noch unangenehmer.
DU kannst übrigens in der Halle sehr gut hören ob jemand weich oder hart sichert. Wenn du bei einem Sturz ein lautes Krachen hörst,w enn der Kletterer in die Wand kommt, dann war der Sturz hart gesichert und höchstwahrscheinlich unangenehm.
Beim weichen Sichern hört man nur ein leichtes Anprallgeräusch und das Geräusch der Exen, die auf Zug kommen.

Szenario II – ein weicher Sturz

Ein Weicher Sturz entsteht dann, wenn der Sicherer genau im richtigen Moment, wenn der Kletterer das Seil belastet, eine Dynamik in Richtung des Seilverlaufs einbaut. Im Endeffekt sorgt das dafür, dass der Kreisradius des Sturzes vergrößert wird und der Kletterer nicht mehr so stark in die Wand gezogen wird.
Man sorgt als Sicherer quasi dafür, dass das eigene Körpergewicht nicht sofort zu 100% als Gegengewicht wirkt, sondern (in Bruchteilen von Sekunden) nach und nach.
Dadurch hat der Kletterer zwar einen etwas längeren Fallweg, allerdings ist dieser schon gebremst. Durch den längeren Weg auf der die Geschwindigkeit abgebremst wird entstehen geringere Kräfte auf den Kletterer.
So wird der Sturz weich und angenehmer. Verletzungsgefahr: minimiert.

Frage ist jetzt nur…

Wie wird’s gemacht?

Ich hoffe mal ich schaffe, es dir per Text einen Eindruck zu vermitteln um was es geht. Außerdem hab ich dir zwei Videos mit dazu gepackt.

Um den Sturz abzufedern und deinen Kletterpartner „weich zu Sichern“ ist wichtig, dass du genau in dem Moment, in dem das Seil straff wird eine Dynamik einbaust.
Gehen wir in diesem Artikel mal rein auf die Körperdynamik ein, da die meisten Kletterer heutzutage halbautomatische Sicherungsgeräte verwenden und bei diesen nur körperdynamisches weiches Sichern möglich ist.

Indem du im richtigen Moment in Zugrichtung (also Richtung der ersten Exe vor dir) mitgehst oder mitspringst, bringst du eine zusätzliche Dynamik in den Sturz des Kletterers.

Was also bei dir unten passieren sollte ist:
du siehst dein Kletterer stürzt, du bist bereit mitzuspringen.
Das Seil wird stramm und genau in dem Moment wo du den Zug auf dem Seil spürst springst du in diese Zugrichtung mit.

Das heißt ganz konkret je nach deiner Sicherungsposition

Wenn du etwas weiter von der Wand entfernt stehst, gehst du mit dem Zug 1 oder mehrere Schritte auf die Wand zu. Das muss aber recht zügig passieren! Dynamik ist gefragt! Kein spazieren gehen 😉 .

Stehst du eher direkt an der Wand und unter dem Haken, dann solltest du mit dem Seilzug nach oben springen.
Sinnvoll ist hierfür bereits beim Sichern einen Fuß in Schrittstellung, etwas weiter oben an der Wand zu haben.
So bist du in einer optimalen Position um nach oben zu springen und gleichzeitig selbst nicht in die Wand gezogen zu werden.
Je weiter man als Sicherer mitspringt oder mitgeht, umso sanfter wird der Sturz.

Die Sprunghöhe kann man noch verbessern, indem man einen Sturz aus der Hocke sichert.
Der Sicherer befindet sich beim Sichern in gehockter Position und springt dann im richtigen Moment aus der Hocke mit dem Seilzug mit, wodurch der Weg, den man mitgeht nochmal vergrößert wird und der Sturz sanfter.
Klar, man kann schlecht die gesamte Zeit in der Hocke verbringen… Aber ich nutze diese Methode wirklich häufig und wechsle zwischen Hocke und Standposition hin und her. Wenn mein Kletterer etwas weiter über dem Haken steht, oder unsicherer wird und Platz zum Stürzen hat, gehe ich in die Hocke.
Hat er/sie gerade geclippt, oder befindet sich in leichtem Gelände nehme ich die Standposition ein.


In dem Video habe ich die erste Methode (Zur Wand hinrennen) nicht vorgezeigt, da diese Methode mit dem hohen ersten Haken und unserem Gewichtsunterschied nicht sinnvoll gewesen wäre und ich nicht wollte, dass sich meine Kletterpartnerin verletzt 😉

Was ist entscheidend?

Timing!!!
Ein Sturz wird nur dann wirklich weich, wenn du im richtigen Moment mitgehst/mitspringst.
Bist du zu früh, wird lediglich der Sturzweg etwas länger und dann folgt ein harter Anprall.
Bist du zu spät, spürt der Kletterer quasi zwei „Rucks“.
Beim ersten wird er in die Wand gezogen und sackt dann nochmal ein Stück ab.
Genau das ist die größte Schwierigkeit beim weichen Sichern. Das Timing richtig zu erwischen und das Gefühl dafür zu bekommen.
Am besten übst du dieses Timing bereits, wenn der Kletterpartner im Toprope stürzt. So besteht keine große Anprallgefahr für den Kletterer und du kannst das Gefühl für den Sturzzug entwickeln. Dadurch hast du bei Vorstiegsstürzen ein bereits besseres Gespür für den Seilzug und das Risiko eines harten Anpralls ist geringer.
Und dann heißt es: üben, üben, üben und immer wieder Feedback vom Kletterer einholen, wie sich der Sturz angefühlt hat.

Bitte unterscheidet sehr genau dazwischen, ob der Sturz sich durchgängig angenehm und sanft angefühlt hat, oder ob ein Ruck oder starker Zug bemerkbar war.
Nur so kann man das Timing wirklich lernen.

Sollte man immer weich sichern?

Nein!
Weiches sichern ist dann zu empfehlen, wenn der Kletterer Platz zum stürzen hat.
Das bedeutet, wenn er sich noch in Bodennähe aufhält und Bodensturzgefahr gegeben ist, oder wenn er/sie von einem Absatz weg klettert und Gefah laufen würde auf diesen Absatz zu fallen, dann ist weiches sichern NICHT zu empfehlen.
Eine weitere Situation, in der nicht zwingend besonders weiche gesichert werden muss ist in sehr stark überhängendem Gelände und langen Dächern (meist antürlich sehr schwere Touren).
Wenn das Gelände so überhängend ist und der Kletterer die Tour auschecken will und dabei stürzt und sehr weich gesichert wird, ist es für ihn oft schwierig oder sehr anstrengend wieder in die Wand zu kommen, um sich hochzuziehen und dann die Tour weiter zu probieren.

Wo weiches Sichern allerdings besonders wichtig ist, ist auf Platten und in senkrechtem Gelände. Je senkrechter/plattiger eine Tour ist, umso höher ist die Gefahr sich bei einem harten Sturz zu verletzen.
Zum Stürzen sind also leicht überhängede Touren eigentlich angenehmer und sicherer 😉 Auch wenn man sich manchmal nicht so fühlt, gerade am Anfang der Kletterkarriere… aber meist liegt das eher an dem Gefühl der Ausgesetztheit und dem Gefühl der gepumpten Arme, bei dem man zu Beginn so schwer abschätzen kann wie lange man sich noch halten kann (Kontrolle bzw Kontrollverlust ist einer der Gründe für Sturzangst beim Klettern)

Wie sich der Gewichtsunterschied auf Stürze auswirkt.

Die bessere Ausgangsposition für angenehme Stürze haben die schwereren Kletterer.
Ist der Kletterer viel schwerer als der Sicherer, so wird der Sicherer automatisch bei einem Sturz nach oben, bzw Richtung Wand gezogen. Der Sturz wird so automatisch etwas weicher. Es ist zwar immer noch ein Unterschied, ob der Sicherer mitspringt oder einfach hochgezogen wird, aber prinzipiell ist durch diesen Effekt der Sturz des schwerern Kletterers weicher als umgekehrt.

Ganz anders sieht es aus bei leichteren Kletterern. Je leichter der Kletterer im Vergelich zum Sicherer, umso weniger Zug kommt unten beim Sicherer an. Im Extremfall bleibt der Sicherer quasi einfach auf dem Platz stehen und spürt von dem Sturz fast garnichts… Das ist natürlich gerade am Anfang recht bequem für den Sichernden…
Für den Kletternden wiederum garnicht.
Es entsteht ein harter Sturz und man sammelt schlechte Erfahrungen.
In dieser Konstellation ist das weiche Sichern besonders wichtig!

Seilschaft mit Gewichtsunterschied am Fels im Herbst -besonders schwerere Kletterer sollten das weiche Sichern beherrschen

Gewichtsunterschied und Angst bei Frauen

Dieser Unterschied ist meiner Meinung nach auch ein großer Knackpunkt, warum häufig Frauen mehr Angst vorm Stürzen haben als Männer. Oft sind die Frauen in der Seilschaft leichter. Wenn sie nun keinen erfahrenen Sicherer haben (und damit meine ich jemanden, der gut und weich sichert) dann sammeln sie von Anfang an schlechte Sturzerfahrungen und prallen, wenn sie denn mal fallen, unangenehm in die Wand.
Wohingegen meistens, wenn wir bei der gleichen Seilschaft bleiben, der Mann der schwerere ist und eben weichere Stürze bekommt, auch wenn die Sicherin keine Ahnung hat vom weichen Sichern… Sie wird ja automatisch hochgezogen.
Da ist es leicht zu sagen, dass Stürzen ja nicht so schlimm ist… Wenn man aber bei jedem Sturz Angst haben muss sich den Fuß zu brechen sieht das anders aus.

Gleiche Thematik gilt für die Unsicherheit beim Sichern. Wenn man noch nicht so viel Erfahrung hat, ist es verdammt verunsichernd und kann beängstigend sein, wenn man jedes mal unangenehm zur Wand gezogen wird wenn der andere fällt.
Aber! Das lässt sich mit der richtigen Position und ein bisschen Erfahrung leicht beheben und Selbstvertrauen aufbauen!

Fazit zum Sichern mit Gewichtsunterschied:

Egal in welche Richtung – Je größer der Gewichtsunterschied, umso anspruchsvoller wird das Sichern.
Je schwerer der Kletterer und je leichter der Sicherer, umso weiter werden die Stürze, der Sicherer wird stark hoch gezogen und beide müssen auf diesen Effekt vorbereitet sein und damit umgehen & ihn einplanen können.

Je leichter der Kletterer, und je schwerer der Sicherer umso mehr Körperdynamik ist gefragt und umso sensibler muss das Timing sein.
Erfahrungsgemäß sind bei großem Gewichtsunterschied und schwererem Sicherer das Sichern aus der Hocke und das Entgegenlaufen auf die Wand zu, von einigen Schritten Entfernung, die besten Methoden. Zweitere ist allerdings sehr vom Gewichtsunterschied, Erfahrung und der Beschaffenheit des Wandfußes abhängig.

Außerdem sei hier auf zwei weitere Methoden verwiesen: die Sensorhand (siehe Video DAV) und die Methode der Gerätedynamik.
Vor allem, wenn Erwachsene Kinder sichern ist diese Methode sehr sinnvoll, da der Gewichtsunterschied meist sehr groß ist.
Die Methode der Gerätedynamik ist allerdings nur mit entsprechenden Sicherungsgeräten, durch die das Seil durchlaufen kann umsetzbar (Tube etc). Außerdem erfordert sie ein perfekte Beherrschung des Gerätes.

 

Hier nochmal ein Video vom DAV zum Thema weiches, oder dynamisches Sichern:


Typische Fehlannahmen zum Thema weiches Sichern

1) Schlappseil erzeugt automatisch einen weicheren Sturz

Nein!
Schlappseil sorgt nur für einen weiteren Sturz. Wenn ich nicht im richtigen Moment einen Schritt mitgehe oder mitspringe wird der Sturz trotz Schlappseil hart, bzw sogar noch härter als mit weniger Schlappseil, weil der Kletterer ja mehr Sturzweg hatte und damit eine höhere Geschwindigkeit, die trotzdem auf einer sehr kurzen Strecke abgebremst wird.
Ich kann sehr wohl mit sehr wenig Schlappseil im System meinen Kletterer butterweich sichern.

2) Als leichterer Sicherungspartner kann ich den Kletterer garnicht hart sichern.

Doch! Wenn du genau im richtigen…also falschen… Moment Seil einholst, einen Schritt zurück machst und das Seil belastest kannst du auch bei vielen kg Unterschied einen schwereren Sicherer hart sichern.
Außerdem ist nicht zu vergessen, dass die Seilreibung hier einen großen Einfluss hat. Je stärker die Seilreibung im System ist, umso mehr Kraft nimmt sie bei einem Sturz auf und umso weniger Sturzzug kommt beim Sicherer an.
Bei großer Seilreibung wird man teilweise nicht mehr automatisch hochgezogen nd muss entsprechend selbst dynamischer agieren um den Kletter weich zu sichern.

 

Eine zusätzliche Hypothese meinerseits zum Zusammenhang des Kletterniveaus mit der Thematik weich Sichern.

Ein großer Faktor, warum viele Kletterer nicht schwerer klettern als 6b ist meiner Meinung nach, dass Stürzen für sie mit Schmerz & Verletzung verknüpft wird oder als unangenehm und unerwünscht empfunden wird.
Das liegt, denke ich, auch daran, dass meist der Sicherungspartner nicht weiß, wie man einen Sturz so sichert, dass er eben kein Verletzungsrisiko birgt. Und hier ist wie gesagt das weiche Sichern ein riesiger Faktor.
Die Kombination aus schlechten Sturzerfahrungen und einem Sicherungspartner, der ebenso wenig Erfahrung im Sichern von Stürzen hat und entsprechend keine Kompetenz einen Sturz gut zu sichern, führt dazu, dass die wenigsten Kletterer an ihre Leistungsgrenze gehen.
Stürze werden vermieden, man steigt nicht in schwere Touren ein, weil man nicht weiß ob man hoch kommt und Stürze fürchtet.
Zack ist dem eigenen Kletterkönnen und der Entwicklung ein bleischwerer Deckel aufgelegt.
Gleichzeitig… Man kann nur Erfahrung sammeln im richtigen Sichern von Stürzen, wenn man auch Stürze halten muss… Ergo, wenn der Kletterer auch stürzt.

So sind wir quasi in einer Endlosspirale gefangen… Der Kletterer macht eine schlechte Sturzerfahrung, die Sturzangst nimmt zu, Stürze werden so gut es geht vermieden, der Sicherer muss also keine Stürze sichern und kann so auch nicht üben weich zu sichern. Der nächste Sturz der stattfindet ist wahrscheinlich wieder hart und unangenehm und der Kletterer wird wieder in der eigenen Angst zu stürzen bestätigt… Er/sie steigt also keine Touren ein, in denen Stürze wahrscheinlich sind und weiter geht der Kreislauf…

Mein Fazit:

Aus vielen, vielen Beobachtungen und eigenen Erfahrungen:
Weiches Sichern ist ein Muss und eine Kometenz, die leider zu wenig verbreitet ist!
Für mich ist nur derjenige ein guter Sicherer, der weiches und situationsbedingtes Sichern beherrscht.
Jemand anderem drücke ich mein Seilende nicht in die Hand.
Dafür sind mir meine Knie, Füße, Sprung- und Handgelenke, mein Rücken, meine Bandscheiben und mein Klettererlebnis zu wertvoll.

Ich empfehle euch wirklich diese Fähigkeit zu erwerben.
Wenn ihr merkt, dass das alleine nicht klappt, dann lege ich euch ganz schwer ein Sturz- und Sicherungstraining ans Herz!
Gleiches gilt, wenn Videos und Beschreibungen für euch nicht ganz nachvollziehbar sind.
Es ist nunmal nicht dasselbe etwas direkt gezeigt zu bekommen und dabei korrigiert zu werden, als eine Beschreibung zu lesen oder zu sehen.
Ich hoffe ich konnte dir trotzdem eine gute Übersicht geben.

Wenn ihr für euch festgestellt habt, dass das weiche Sichern bei euch noch zu wenig Raum bekommen habt und ihr euer Sicherungskönnen verbessern und gleichzeitig ein paar „Flugmeilen“ sammeln wollt, schreibt mir gerne eine Email für ein perönliches Sturz- & Sicherungstraining.
Das kann wiklich viel verändern im eigenen Kletteralltag.

Deine Aletta

Aletta Portrait draußen

 

 

 

 

 

Bildcredit:
Beitragsbild: Johannes Andersson

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