Disney #1 – Jedes meiner Bedürfnisse sollte in meiner Beziehung erfüllt sein

Überhöhte Erwartung an die Beziehung #1:

JEDES meiner Bedürfnisse nach Nähe, Distanz, Zuneigung, Intimität, Offenheit…. Sollte in meiner Beziehung, von meinem Partner erfüllt werden. – Mein Partner ist dafür da mir jeden meiner Wünsche und jedes Bedürfnis zu erfüllen.

 

Wenn wir einmal ganz genau darüber nachdenken, was diese Erwartung impliziert, heißt das dann nicht, dass der Partner/die Partnerin quasi zu jedem Zeitpunkt exakt das gleiche Bedürfnis haben müsste wie wir selbst?

Bzw. wenn er/sie es in dem Moment nicht hat, bedeutet das ebenso, dass er/sie dann sein aktuelles Bedürfnis zu jeder Zeit und unabhängig der Situation hinten an stellen müsste um unserem Bedürfnis nachzukommen?

Auf die Spitze getrieben… ist dieser andere Mensch ein Bauchladen gefüllt mit Streicheleinheiten, Abendaktivitäten, Freizeitgestaltungen, anregenden Gesprächen, Stille, Liebkosungen, sexueller Lust, etc. pp… aus dem wir uns jederzeit nach unseren Gelüsten bedienen können?

Hier sollte klar werden wie vollkommen unrealistisch diese Erwartungshaltung ist, dass der Partner in all unseren Bedürfnisbereichen (Hobbies/Freizeit, Intellektualität, Kunst/Kultur, soziale Events, Intimität, Nähe/Distanz, Sexualität….) mit uns überein stimmt und in allen Bereichen für Abhilfe schafft.

Und was wenn wir das mal umdrehen? Würde das nicht automatisch auch heißen, dass ich als Partner/in jederzeit dafür verfügbar sein müsste dem Bedürfnis meines Partners nachzukommen…vollkommen unabhängig davon was ich gerade brauche und wie es mir geht?…
Ohhhh hallo Paradoxon. Wie soll das denn funktionieren?

In einer Partnerschaft gibt es zwei Menschen

Zwei zuvor vollkommen voneinander unabhängige Geschöpfe mit ihren jeweils eigenen Bedürfnissen, Vorlieben, Ansprüchen, Erwartungen. Das Konzept moderner Partnerschaften ist die Gleichberechtigung. So sind die Bedürfnisse eines jeden absolut gleich gewichtig, aber können eben sehr unterschiedlich sein.

Woher haben wir die Idee, dass wenn ich gerade Lust auf Kino habe mein Partner mit mir gehen sollte und ihm die Idee auch gefallen sollte. Weshalb sollte mein Partner zu jedem Zeitpunkt wenn ich Lust verspüre auch genauso erregt sein oder darauf eingehen?
Warum sollte, nur weil ich Fotoausstellungen liebe mein Partner auch anfangen diese zu lieben oder zumindest mitgehen wenn er sich dabei eigentlich zu Tode langweilt?

 

Die erste Illusion daran ist meiner Meinung nach der Glaube, dass der Rhythmus der Partner in einer Beziehung immer im Gleichtakt schwingt und sich beide zu jeder Zeit und an jedem Ort im gleichen emotionalen Zustand befinden „sollten“.
Zwei Menschen, zwei emotionale Welten, zwei vollkommen andere Trigger, Gedanken, Hintergründe…zwei Leben, zwei Körper…vollkommen unterschiedlich, in einer Beziehung.

Von Gemeinsamkeiten und Eigenheiten

Was ich außerdem problematisch sehe ist die damit einher gehende Einstellung das eigene Bedürfnis immer an den Partner zu knüpfen.

Eine Beziehung bedeutet NICHT alles gemeinsam zu machen, alles gleich zu mögen oder zu hassen. Eine Beziehung lebt genau wie von Gemeinsamkeiten auch von Gegensätzen, von neuen Impulsen, von Andersartigkeit.

Ich meine es ist unsere Aufgabe… die Gemeinsamkeiten die wir haben zu genießen und zu zelebrieren… und bei sehr wichtigen Bedürfnissen, die der Partner/die Partnerin nicht exakt teilt, aber wirklich innerlich an den Partner/die Partnerin geknüpft sind einen für beide befriedigenden Kompromiss zu finden.

…Und ansonsten sich selbst darum zu kümmern, dass die eigenen Bedürfnisse befriedigt werden.

Was heißt das für mich?

Dass ich mir Freunde suche, mit denen ich zur Fotoausstellung gehe, wenn mein Partner nicht mit will… und ihm seine Zeit & seinen Raum zum Zeichnen lasse wenn er/sie das will…

Dass ich jemanden oder mehrere Menschen außerhalb der Beziehung habe, mit denen ich bestimmte Gesprächsthemen besprechen oder Aktivitäten ausleben kann.

Um dann die gewonnenen Eindrücke, Freuden, Inspirationen und die Energie wieder in meine Partnerschaft zu tragen und die Beziehung lebendig zu halten.

Mein Tip für euch:

Werdet euch bewusst bei welchem eurer Bedürfnisse WIRKLICH wichtig, dass ihr sie mit eurem Partner teilen und ausleben könnt.
Und welche sind wichtig, aber auch absolut herrlich mit anderen Menschen zu teilen? Und dann sorgt dafür, dass ihr diese Menschen in eurem Leben habt 😉

Habt ihr Schwierigkeiten einen Kompromiss für eure beziehungsinternen Bedürfnisse zu finden?

Der Tip wird euch schon sehr helfen, überhöhte Erwartungen an den Partner und die Beziehung abzubauen.
Gleichzeitig ist besonders der Prozess einen Kompromiss für die Bedürfnisse zu finden, die innerhalb der Beziehung wichtig und dennoch unterschiedlich sind, oft kompliziert & emotionsgeladen.
Wenn ihr euch genau dabei Unterstützung wünscht und wie ihr das Schritt für Schritt, individuell auf euch angepasst umsetzt, dann lass uns jetzt miteinander sprechen!

Klick dazu einfach auf den Button und wir finden in einem kostenlosen ersten Gespräch heraus, wie eure individuelle Lösung aussehen könnte und welche Schritte es braucht.

Dein kostenloses Strategiegespräch

 

Aletta Bunge

Coach für Beziehung und Kommunikation